THE ORDER


Die schöne Schweiz scheint sich immer mehr zu einem wahren Eldorado für erstklassige Hard Rock Bands zu entwickeln. Nach KROKUS und SHAKRA entwickeln sich THE ORDER so langsam aber sicher zur neuen dritten treibenden Hard Rock Kraft im Land. Das haben die Jungs jetzt auch wieder mit ihrem neuen Output „1986“ bewiesen, der bei uns die volle Punktzahl in der Benotung abgestaubt hat. Da war es natürlich eine Selbstverständlichkeit, das ich dem Gründer und Gitarristen Bruno Spring ein paar Fragen stellen musste. Lest nun was uns der gute Bruno aus der Schweiz zu erzählen hat.

J.P: Hallo Bruno, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zur Zukunft von THE ORDER selbst beantwortest. Das neue Album ist euch ja mal wieder hervorragend gelungen, wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden?

B.S: Hallo Julian. Freut mich, dass Dir unsere neue Scheibe gefällt. Wir sind auch sehr zufrieden mit dem Resultat, zumal wir uns diesmal wirklich Zeit mit dem Songwriting und den Recordings gelassen haben. Wir haben bereits im Dezember 2010 damit begonnen, die ersten fünf Songs im Studio aufzunehmen. Die restlichen Songs haben wir ziemlich genau ein Jahr später, im Dezember 2011 eingespielt. Schlagzeug und Gesang haben wir wie immer unter der Leitung von V.O. Pulver in den Little Creek Studios in Gelterkinden aufgenommen, die Gitarren- und Bassspuren bei mir Zuhause. Im Januar/Februar 2012 haben wir das Ganze in den Litte Creek Studios gemischt und dem Album im März 2012 in den Greenwood-Studios in Nunningen von Mastering-Legende Glenn Miller den letzten Schliff verpasst.

J.P: Bevor wir noch ein wenig näher auf das neue Werk „1986“ eingehen, gibt doch den Leuten einen kurzen Abriss über eure Bandhistorie und stell doch die Band einmal kurz vor? Ich denke nicht jeder Leser draußen kennt euch.

B.S: THE ORDER existieren in unveränderter Besetzung seit Anfang 2005. In den vergangenen sieben Jahren haben wir etliche Shows im In- und Ausland absolviert, u.A. mit Grössen wie W.A.S.P., Y&T, GOTTHARD oder SHAKRA. 1986 ist unser viertes Album und das erste für Massacre-Records. Die drei Vorgängeralben sind beim Hamburger Label Dockyard1 rausgekommen, die haben aber – kurz nach der Veröffentlichung von „Rockwolf“ (2009) - Pleite gemacht.

Andrej (Bass), Mauro (Schlagzeug) und ich spielen seit über 20 Jahren in verschiedenen Bands zusammen, u.A. GURD, JERK oder SWAMP TERRORISTS.

J.P: In der Promoinfo war zu lesen das sich das neue Album ganz bewusst vom Stil her an den 80igern orientiert. Das sagt ja eigentlich auch schon der Albumtitel aus : - ). Wie kam es dazu, dass ihr so ein Album aufnehmen wolltet? Und war es schwierig die alten 80iger Vipes einzufangen und auf die Scheibe zu pressen?

B.S: Naja, wir spielen einfach genau die Musik, die wir selber am liebsten hören. Wir sind nun mal Kinder der 80er Jahre und mit diesem Sound aufgewachsen. Im Laufe der Jahre haben wir uns immer mehr in Richtung 80er bewegt, das war nicht geplant, sondern ein ganz natürlicher Prozess. Während gerade unsere ersten beiden Alben doch noch ziemlich Metallastig waren und wir auch einige moderne Einflüsse in unserem Sound hatten, sind diesmal einfach alle Hemmungen gefallen und wir wollten ein lupenreines Hardrock-Album im Stile der alten Helden aus den 80er kreieren, was uns meiner Meinung nach ziemlich gut gelungen ist.

J.P: Die gesamte Scheibe ist ja ein einziger Anspieltipp, aber vielleicht können wir doch mal auf ein, zwei Songs näher zu sprechen kommen. „The Power of Love“, „Generation White Line“, „Lonely Nights“ und „Fire it up“ brennen sich ziemlich schnell ins Gedächtnis. Kannst du uns etwas über die Stücke erzählen? Gibt es für euch auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

B.S: „The Power of Love“ war der erste Song, den ich für „1986“ geschrieben hatte und es war ziemlich schnell klar, dass dies der Opener werden würde. Zudem hat dieser Song auch die Marschrichtung fürs gesamte Album vorgegeben. „Generation White Line“ ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album. Dies ist wohl auch der einzige Song mit einem einigermassen ernsthaften Text (es geht um exzessiven Kokain-Missbrauch), während sich die restlichen Songs hauptsächlich um verflossene Lieben, heisse Chicks und sonstige, typische Rock’n’Roll Themen drehen. Bei „Fire It Up“ haben wir diesen fetten VAN HALEN-Synthie eingesetzt, welcher dem Song ein ganz besonderes Flair verschafft. Bei „Lonely Nights“ hört man meine Vorliebe für klassischen NWOBHM – im Besonderen JUDAS PRIEST - heraus. Sowieso finde ich, dass heutzutage viel zu wenig Bands von Priest beeinflusst sind.

J.P: Gerade der Opener „The Power of Love“ hat wirklich dieses typische 80iger Feeling und ist einfach eine perfekte Eröffnung. War euch von Anfang an klar, dass diese Nummer vielleicht charakteristisch für das Album wird und es der Opener werden wird?

B.S: siehe oben

J.P: Das Thema 80iger bietet sich ja gerade dazu an, dass man einen Videoclip zu einem Song dreht. Ist da vielleicht etwas in Planung?

B.S: Natürlich wäre es toll, einen Videoclip zu einem Song – unsere Favoriten hierfür sind „The Power Of Love“ oder „Long Live Rock’n’Roll“ – zu drehen, allerdings fehlt und dazu einfach die Kohle. Um einen anständigen Clip produzieren zu können, brauchen wir mindestens 4000 Euro und die haben wir nicht. Die ganze Kohle ist für die Produktion draufgegangen, jetzt muss erst mal wieder was reinkommen. Aber wer weiss, wenn sich die Scheibe ordentlich verkauft und wir mal wieder etwas besser bei Kasse sind, werden wir vielleicht doch noch einen Clip produzieren. Also: Kauft die Scheibe, Leute 

J.P: Klar das Grundthema der Scheibe sind ja die 80iger. Aber worum geht es in den Songs genau? Was sind so die Hauptthemen?

B.S: Ganz klar: Sex, Drugs & Rock’n’Roll. Gianni hat es bewusst vermieden, allzu ernsthafte oder tiefgründige Texte zu schreiben. „1986“ ist durch und durch eine Party-Scheibe und politische oder philosophische Texte wären hier einfach fehl am Platz. In der Vergangenheit hatten wir solche Themen durchaus behandelt auf unseren Alben – vor allem auf dem Debut – aber das wäre hier wirklich unpassend.

J.P: In der Einleitung hatte ich es ja schon geschrieben. Die Schweiz scheint ein Land voller guter Rockmusiker zu sein. Wie es denn so die Szene bei euch? Gibt es noch ein paar Nachwuchsbands auf die wir uns bald freuen können?

B.S: Nein, es gibt nur THE ORDER. Alles andere kann man getrost vergessen... Im Ernst: Natürlich gibt es hierzulande viele grossartige Bands, welchen der Durchbruch bisher leider verwehrt worden ist. AZIZ aus Bern beispielsweise ist ein grandiose Truppe oder auch THE SHIT. Im Hardcore-Bereich finde ich VALE TUDO aus Zürich klasse und mit TOTAL ANNIHILATION oder BATTALION hat die Schweiz auch geile, junge Thrash-Bands am Start.

J.P: Eine private Frage, zu dir als Person. Was verbindest du denn mit den 80igern? Was sind deine Erinnerungen wenn du an die damalige Zeit zurück denkst?

B.S: Ich erinnere mich, 1988 meine Unschuld verloren zu haben! Und zwar in einem Zelt auf dem Campingplatz, haha… Auch sonst sind mir die 80er in bester Erinnerung. Die Abende mit Freunden im Spielsalon, die Ausflüge mit dem Moped, meine ersten Versuche auf der E-Gitarre und natürlich mein allererstes Metal-Konzert, was ich besucht habe. Das war DIO mit WARLOCK im Vorprogramm. Danach war es um mich geschehen und ich wusste, dass ich Musiker werden wollte. Müsste 1987 gewesen sein, ich war 16 Jahre alt. Eine schöne, unbeschwerte Zeit.

J.P: Bruno wie geht es denn jetzt genau bei THE ORDER weiter? Wird es eine Tour geben, die euch auch durch Deutschland führt? Was steht bei dir selbst als nächstes an, du bist ja noch in anderen Bands aktiv oder?

B.S: Wir sind zurzeit dabei, einige Tourangebote zu checken. Konkret ist noch wenig, bestätigt sind im Moment lediglich einige Einzelshows und Festivals in der Schweiz sowie das Rock for one World-Festival in Esslingen (nähe Stuttgart). Und nein, ich bin in keinen anderen Bands aktiv. THE ORDER erfüllt mich voll und ganz.

J.P: Vielen Dank Bruno für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.


B.S: Auch Dir vielen Dank für das Interview! Ich glaube, mit 1986 haben wir ein ganz geiles Album am Start, welches nicht nur Nostalgiker zu begeistern weis. Hört mal rein, ihr werdet es nicht bereuen!

Julian


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