REBELLION



Alles auf Anfang hieß es in der letzten Zeit bei den hessischen Power Metallern von REBELLION. Nachdem Bandgründer Uwe Lulis und drei weitere Bandmitglieder die Band verliesen, wollten die übrig gebliebenen Tomi Göttlich und Michael Seifert die Band eigentlich zu Grabe tragen. Aber durch zahlreiche Fankommentare ermutigt, entschied man sich zum Weitermachen. Gut so, wie ich finde!
Das Ergebnis dieser weiteren Zusammenarbeit liegt dieser Tage mit dem neuen Album „Arminus, Furor Teutonicus“ beim Plattendealer. Natürlich lies ich es mir im Zuge dessen nicht nehmen Bandgründer Tomi Göttlich ein paar Fragen zu stellen.

J.P: Hallo Tomi, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zur Zukunft von REBELLION selbst beantwortest. Erst mal möchte ich dir sagen, dass ich persönlich auch sehr froh bin das ihr euch zum Weitermachen entschieden habt, schön das ihr euch nicht unterbekommen habt lassen!
Für die Leute die euch noch nicht so kennen, stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.

T.G: Oh Gott, Mann, sei mit nicht böse, aber das steht alles im Presseinfo von Massacre (please insert Info here … lach), ich schreibe dafür lieber unten mehr … deal I hope.

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, gilt es noch kurz einen Blick zurück zu werfen. Der Split mit Uwe und den restlichen Mitgliedern, kam dieser für euch sehr überraschend, oder hat sich das Ganze, nach der langen Verletzungspause von Uwe irgendwie angedeutet?

T.G: Rückblickend kann man sicher sagen, dass es sich schon angedeutet hat, wobei ich es aus der Situation heraus nicht erkannt habe. Ich denke auch nicht, dass Uwe das erkannt hat oder es irgendwie bewusst gemacht hat. Ein Split ist immer schwierig und birgt jede Menge „Chancen“ auf einen handfesten Streit. Wir haben es beide geschafft, diese teilweise schwierigen Situationen zu meistern, dabei denke ich, dass wir beide unbedingt daran interessiert waren, dass es sauber auseinander geht. Ich habe mit Uwe 15 Jahre lang zusammen Musik gemacht. Meine größten Erfolge hatte ich mit ihm und er mit mir. Das ist uns beiden wohl wichtiger gewesen, als vieles andere, das wollten wir nicht kaputt machen, das habe ich gespürt.

J.P: Wie schon gesagt, seid ihr durch viele Fans zum Weitermachen ermutigt worden, wie schwer war es denn wirklich das Heft wieder in die Hand zu nehmen und vor allem wieder geeignete Mitstreiter zu finden?

T.G: Ich wollte die Band grundsätzlich anders aufziehen, als sie vorher lief. Vorher haben wir uns nur getroffen, wenn es was zu tun gab, vieles lief per mail oder in „Einzelkämpfer“ Manier. Wir haben oft über Monate nicht geprobt. Das ist eigentlich für professionelle Bands normal, das machen eigentlich alle so. Ich wollte aber einmal die Woche proben, wollte regelmäßigen Kontakt auch außerhalb der Proben. Das macht die Musikersuche sehr schwierig, weil das im Prinzip bedeutet, dass die Musiker aus der Region Mittelhessen kommen müssen. Mittelhessen ist aber nicht wirklich der musikalische Nabel des Metal Universums. Wir haben uns mit Leuten verstärkt, die teilweise schon wissen wie ne Profi Uhr tickt (Oli Geibig) aber teilweise auch noch nie auf diesem Level gearbeitet haben (Stephan, Matthias). Das war natürlich ein Risiko und mir war von vorneherein klar, dass das viel Arbeit bedeutet. Aber ich wollte Proberaum also bekam ich Proberaum. Für die „Neuen“ ist REBELLION etwas ganz besonderes, es ist ihre erste professionelle Band, teilweise ihre erste CD … das merkt man, es ist einfach anders, als wenn ich renommierte Musiker genommen hätte (die sich durchaus angeboten haben), für die Rebellion nur eine weitere Band gewesen wäre. Ich denke, dass man genau das auch auf der neuen CD hört. Sie klingt einfach unglaublich frisch und hungrig.

J.P: Das neue Album ist euch ja hervorragend gelungen, wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden?

T.G: Danke für die Blumen, smile. Der Aufnahmeprozess lief genauso ab wie immer, erst die Drums, dann die Gitarren und dann der Bass … lach, das macht man doch immer so. Wir haben etwa 5 Monate dran gearbeitet, weil wir alle normale Jobs haben und demzufolge nicht rund um die Uhr für Rebellion arbeiten können, obwohl ich sagen muss, dass vor allem Oliver und teilweise auch ich in den letzten 2 Monaten eigentlich doch rund um die Uhr nichts anderes gemacht haben … ich merke, dass es etwas zu viel ist, wenn meine Kinder erschrecken, wenn sie mich sehen und meine Frau mich irritiert ansieht und sagt: „Was machen sie in meinem Haus …“

J.P: Wer hat denn das interessante CD Cover entworfen? Ist ja mal wieder ein typisches Konzeptcover, was aber perfekt passt, wie ich finde.

T.G: Felipe Machado

J.P: Apropos Konzept, du bist ja ein absoluter Geschichtsfan und dieses Mal habt ihr euch an die römisch/germanische Geschichte ran gewagt. Ist das dein Lieblingsgeschichtsstoff? Was kannst du uns alles darüber erzählen? Was habt ihr denn in Zukunft eigentlich noch so für Geschichtsstoff den ihr vielleicht vertonen wollt?

T.G: Über die Zukunft kann ich dir wenig sagen, ich habe im Moment genug mit der Gegenwart zu tun. Ich habe keinen wirklichen „Lieblingsgeschichtsstoff“ (wasn Wort, gibt es das überhaupt … ich glaub du hast ein neues Wort erfunden, lach), aber es ist ein Thema, das mich sehr interessiert und es war sehr spannend mich da einzulesen.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Arminus, Furor Teutonicus“ ein. Für mich sind der ”Prince of the Cheruscer“, “Breeding Hate”, “Ghost of Freedom” und “Vae Victis” die hervorstechenden Songs. Obwohl eigentlich sind so gut wie alle Songs richtig gut, wenn ich recht überlege : - ) Willst du uns trotzdem über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

T.G: Ich selber habe keine echten Favoriten auf der Scheibe, wir haben versucht eine Geschichte zu erzählen, die sich entwickelt und von daher gesehen spielt jeder Song eine wichtige Rolle. „Prince oft he Cheruscer“ ist für mich so ne Nummer a la Motörhead, direkt und mit viel Wucht auf die 12. „Breeding Hate“ beschreibt die Erkenntnis von Arminius, dass sein Volk von den Römern unterdrückt und ausgebeutet wird. Seine Bewunderung für Rom, vielleicht sogar seiner Identifikation mit dem Volk was ihm persönlich viel gegeben hat und sogar die Königswürde in Aussicht gestellt hat („Prince of the Cheruscer“), wird langsam zu Hass, als er erkennt, dass sein Volk den Preis für den römischen Wohlstand (von dem er ja auch profitiert) bezahlen muss. Dementsprechend ist die Musik natürlich … ziemlich hart. „Ghost of Freedom“ müsste eigentlich „Spirit of Freedom“ heißen, aber der Titel ist aus römischer Sicht geschrieben und die bezahlen den Preis … in Blut, daher „Ghost“. Übrigens ein echter Knallerrefrain, ähnlich wie Vae Victis. Micha hat die beiden letzten Texte und Melodien geschrieben, ich sag es ja ungern, aber ich hätte das so geil wohl nicht hinbekommen, echte Highlights. Gerade „Vae Victis“ ist ja eigentlich eine römische Phrase die die Situation der gegen Rom Unterlegenen beschreibt, nun werden die Römer das mal andersherum erleben … ein sehr gelungenes Wortspiel, das so rumzudrehen. Hat der Micha gut gemacht, so ungern ich das zugebe.

J.P: Uwe war ja glaube ich auch für das Songwriting verantwortlich, oder? Wer hat denn dies jetzt übernommen? Die Texte hast ja glaube ich größtenteils schon immer du geschrieben oder?

T.G: Die Texte haben Micha und ich schon immer zusammen gemacht, wobei ich meist den größeren Teil geschrieben habe, weil Micha ne faule Socke ist. Die Songs der neuen CD haben Oliver und Stephan geschrieben und sie haben das sehr gut gemacht, wie ich finde. Sicherlich merkt man auch, dass wir alle Songs im Proberaum wirklich zusammen erarbeitet haben, das war früher eigentlich nie so, aber genau das ist schon ein ganz wichtiger Bestandteil des neuen Konzepts der Band.

J.P: Wenn du mal auf eure bisherigen Alben zurückblickst, ist euer neues Album der logische Schluss aus euren bisherigen Veröffentlichungen? Ich finde das Album klingt richtig kraftvoll und die Mischung der Songs ist sehr gut, ist das vielleicht auch eine Wirkung aus dem großen „Banderdbeben“?

T.G: Das ist es sicherlich, wobei man jetzt schon aufpassen muss, dass nicht ein falscher Eindruck entsteht. Ich denke, dass alle Rebellion Alben wirklich richtig gut sind und es wäre ja irgendwie auch sehr merkwürdig, wenn nach so einem „Erdbeben“ alles so klingen würde, wie vorher. Ich denke es ist anders, weil es andere Leute aber es ist immer noch Rebellion, weil ich die Zügel in der Hand habe ohne sie zu eng zu halten. Es ist natürlich eine Gradwanderung, aber wir alle haben es ganz gut hinbekommen, die Egos hierbei weitgehend stecken zu lassen.

J.P: Tomi wie geht es denn jetzt genau bei REBELLION weiter? Ist eine Tour in Planung?

T.G: Klar ist eine Tour in Planung, man, check doch mal unsere Homepage oder unsere Facebook Seite, da steht das.

J.P: Vielen Dank Tomi für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.
T.G: Och, gerne gerne, metallische Grüße an alle da draußen.


Julian

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