MOB RULES




Die deutschen Nordlichter MOB RULES sind mittlerweile eine feste Größe im deutschen Melodic Power Metal Bereich. Die Band blickt schon auf sechs Studioalben zurück und gehören, nicht nur für mich zu einer DER deutschen Power Metal Bands!
Dieser Tage kommt Studioalbum Nummer sieben in die Läden. „Cannibal Nation“ heißt das gute Teil und ich ließ es mir nicht nehmen, dem Gitarristen und Schreibkollegen Matthias Mineur ein paar Fragen zur Band und zum Album zu stellen.

J.P: Hallo Matthias, vielen Dank das du mir ein paar Fragen zu eurem neuen Album und zur Zukunft von MOB RULSE selbst beantwortest.
Für die Leute die euch noch nicht so kennen (die soll es geben!), stell dich und die Band vielleicht doch kurz mal vor, gib uns einen kurzen Rückblick auf die Bandhistory.
 
M.M: Die Band gibt es seit 1994, seit 1998 veröffentlichen wir Alben, und
wie Du schon erwähnt hast ist CANNIBAL NATION unsere siebte
Studioveröffentlichung. Auf Tournee waren wir bis jetzt zu jeder der
bisherigen Scheiben, wir waren schon in ganz Europa und auch Amerika
unterwegs, haben 3x in Wacken gespielt, insofern hat uns unsere Musik schon
weit in die Welt hinausgetragen.

J.P: Bevor wir näher auf euer neues Album eingehen, gilt es noch kurz das Personal abzuarbeiten. Ihr habt ja in der letzten ordentlich am Personalkarussel gedreht. Zuletzt verließen Schlagzeuger Arved und Keyboarder Sascha die Band. Letztere ist mittlerweile bei den Newcomern Love.Might.Kill untergekommen. Kannst du uns etwas über die Wechselgründe sagen und glaubst du das ihr jetzt wieder ein stabileres Line Up gefunden habt?

M.M: Wechsel von Musikern sind ein natürlicher Prozess, den bekanntlich fast
jede Band irgendwann einmal durchlebt. Stabil waren MOB RULES aber dennoch
jederzeit, da wir uns nie im Ärger von jemanden getrennt und immer dafür
gesorgt haben, dass die Nachfolge von sehr guten und ausgesprochen
freundlichen Musikern angetreten wird, sodass die positive Stimmung im MOB
RULES-Camp aufrechterhalten bleibt.

J.P:  Mit dem letzten Album „Radical Peace“ habt ihr euer Songwriting ein bisschen umgestellt. Weg von reinen Fantasysachen hin zu realen, alltäglichen Storys. Woher dieser Wandel und über was handelt das neue Album „Cannibal Nation“?

M.M: Über Fantasy haben wir nie gesungen, es waren immer schon
sozialkritische und politisch motivierte Themen in unseren Songs. Wie man in
unserem Presseinfo lesen kann gibt es auf "Cannibal Nation" ganz
unterschiedliche Themen. Beispiele: Bei ´Ice & Fire` haben wir uns von der
Geschichte der verschleppten kolumbianischen Politikerin Íngrid Betancourt
inspirieren lassen und in ´Scream For The Sun` von den Geschehnissen um die
Erstbesteigung des Mount Everest. Der Titelsong wurde vom afrikanischen
Despoten Jean-Bédel Bokassa inspiriert. Und in ´Close My Eyes` geht es um
Selbstverwirklichung, es gibt also auch persönliche Themen.


J.P: Das neue Album ist euch ja richtig gut gelungen, wie lief denn der Aufnahmeprozess ab? Von wann bis wann ist denn das Album entstanden? Wenn ich richtig gelesen habe, habt ihr das Album im Studio eures Gitarristen Sven Lüdke aufgenommen, ist schon nicht schlecht so ein Homestudio oder?

M.M: Das neue Studio war für uns eine wichtige Hilfe, um wirklich im Detail
an Songs feilen zu können. Ansonsten sind wir im Winter 2011/2012 mit dem
Songwriting angefangen und haben im Juli/August 2012 die Scheibe
aufgenommen. Schön, dass Du sagst, dass das neue Album richtig gut gelungen
ist, und danke für das Lob!

J.P: Wie läuft bei euch eigentlich das Songwriting ab? Trägt da jeder seinen Teil dazu bei oder seit Dirk und du das Hauptsongwriterpaar?

M.M: Unser Sänger heißt Klaus, nicht Dirk J, und das Songwriting wird von
allen Bandmitgliedern vorgenommen. MOB RULES waren immer schon ein echtes
Team-Projekt.

J.P: Auf dem letzten Album „Radical Peace“ habt ihr mit „The Oswald File“ einen wahrhaften Mammutsong gehabt, der euch einiges abverlangt hat. Auf dem neuen Album habt ihr „nur“ noch 9 Songs. War euch jetzt einfach mal danach wieder etwas knackigere Songs zu schreiben und können wir uns irgendwann wieder auf ein Meisterwerk wie „The Oswald File“ freuen?

M.M: Das weiß heute keiner, ob wir uns noch einmal an einen, wie Du es
nennst, Monumentalsong heranwagen. Tatsache ist, dass wir niemals ein Album
zweimal aufnehmen, sprich: "Cannibal Nation" soll sich von "Radical Peace"
unterscheiden. Deswegen gibt es diesmal auch keinen wirklich langen Song.

J.P: Gehen wir mal auf ein paar Songs von „Cannibal Nation“ ein. Für mich sind der Titelsong “Cannibal Nation”, “Close my Eyes”, “Tele Box Fool” und “The Sirens” die hervorstechenden Songs. Willst du uns über diese ein bisschen was erzählen? Hast du eigentlich auch irgendwelche Favoriten auf dem Album?

M.M: Interessant ist, dass jeder andere Songs bevorzugt, was wir allerdings
wirklich toll finden, denn es zeigt, dass die qualitative Dichte der Nummern
sehr hoch ist. Ich habe ehrlich gesagt keine ausgesprochenen Lieblingssongs
auf dem Album, oder besser gesagt: Ich habe gleich neun Lieblingssongs auf
dieser Scheibe. Aber ganz generell gilt für mich: Ich mag immer diejenigen
Songs gerne, die tendenziell mehr in Richtung Rock als in Richtung Metal
tendieren.

J.P: Denkst du das das jetzige Album eine logische Weiterentwicklung eures Sounds ist, und wenn du mal auf eure bisherigen Alben zurückblickst, welches war für euch das wegweisenste bzw. das erfolgreichste?

M.M: Das kommerziell erfolgreichste war "Temple of two Suns", aber damals
waren die Albumverkäufe in Europa auch generell noch höher. Wegweisend für
uns waren eigentlich immer alle Scheiben, weil sie den jeweiligen Stand der
Band perfekt dokumentieren. "Savage Land" war also noch etwas rauer,
unbedarfter, während "Hollowed by thy Name" sicherlich eine klare
Weiterentwicklung dokumentierte und "Among the Gods" beispielsweise in Amerika sehr gut angenommen wurde. Ehrlich gesagt schaue ich mit sehr viel Freude auf jede unserer bisherigen Scheiben zurück und mit noch größerer Freude auf die neue Scheibe "Cannibal Nation".

J.P: Eine Frage zur Labelsituation. Ihr seit seit eurem letzten Album bei AFM Records unter Vertrag, wie ich finde genau das richtige Label für euch : - ), findest du ihr seit jetzt endlich zu Hause und könnte ihr euch noch mehr Alben bei diesem Label vorstellen?

M.M: Für Mob Rules galt immer schon das Otto Rehhagel-Motto „es geht solange es
geht“, also: Zurzeit sind wir absolut zufrieden mit AFM, aber wir waren das vorher
auch mit LMP (ersten zwei Scheiben) und SPV (Alben 3 – 5). Aber dass wir
zurzeit beim für uns perfekten Label sind, das Gefühl haben wir auch.
Insofern, wie sagt´s der Kaiser so schön: Schaun mer mal!

J.P: Matthias wie geht es denn jetzt genau bei MOB RULES weiter? Ist eine Tour in Planung? Es wäre doch auch mal Zeit für eine Best Of oder ein besonderes Fanleckerli findest du nicht?

M.M: Wir spielen jetzt erst einmal ein paar Single-Shows (beispielsweise auf
dem ProgPower Norway in Oslo) und planen für Frühjahr 2013 eine Tournee.
Fanleckerlis gibt es schon diesmal: das neue Album kommt mit geändertem
Cover auch auf Vinyl heraus. Ein echtes Sammlerstück in kleiner Auflage! Mal
schauen: Vielleicht gibt es im Frühling 2013 noch mal etwas von unserer Show
in Atlanta/USA, wir „sind da gerade am planen dran“ (Zitat aus dem Film
Crash Boom Bang, den muss man gesehen haben!)

J.P: Vielen Dank Matthias für deine Zeit und die interessanten Antworten im Zuge dieses Interview! Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft, die letzten Worte gehören natürlich dir.

M.M:  Vielen Dank Julian, für Dein Interesse. Wir wünschen Dir und Deinem
Magazin alles Gute!


Julian

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